Wie fördere ich Kreativität bei Kindern und Jugendlichen außerhalb der Schule? Wo finde ich Aufgaben, die Spaß machen und gleichzeitig herausfordern? Gibt es so etwas wie Kunstunterricht für Zuhause, der sich nicht nach Unterricht anfühlt? Mit unserer neuen Serie zur Kreativitätsförderung von Kindern und Jugendlichen stellen wir Ihnen ab sofort regelmäßig Gestaltungsanregungen zur Verfügung, die Sie in kleinen und großen Projekten mit Ihren Kindern und Jugendlichen erarbeiten können.

Durch die jetzige Situation aufgrund Coronavirus stellen wir die Frage: Wie lernen Schülerinnen und Schüler, wenn sie nicht mehr in die Schule gehen können?

Unsere Antwort ist ein Werkzeugkoffer mit Materialien für kreative Aufgaben, den wir allen Eltern und privat organisierten Gruppen in der schulfreien Zeit zur Verfügung stellen möchten. Diese Aufgaben wurden durch das Expertenteam erarbeitet, das auch die Pädagogenmagazine zu den Wettbewerbsrunden entwickelt. Dazu gehören z.B. Janina Arlt, Künstlerin, Oberstudienrätin für Kunst und Deutsch in Hamburg und Prof. Klaus-Ove Kahrmann (Vorsitzender der Bundesjury), Künstler und Kunstpädagoge.

Um in Verbindung zu bleiben, könnten die Ergebnisse im Nachhinein z.B. unter dem Hashtag #jc_kreativzuhause auf Instagram oder Facebook geteilt werden. Auf unserer Social Wall unter www.jugendcreativ-blog.de werden diese Werke dann sichtbar. 

Folge 3: Was bedeutet gerade jetzt Glück für mich und meine Familie?

UNSER BEISPIEL

Peter Fischli/David Weiss: Findet mich das Glück? (Rauminstallation).

Das Buch der Fragen des Schweizer Künstlerduos Peter Fischli (*1942) und David Weiss (1946 – 2012) trägt den Titel: „Findet mich das Glück?“

Das Buch und die gleichnamige Raum-Video-Installation der Schweizer Künstler beschäfitgen sich mit dem Suchen und Finden von Glück. Die Fragen des Künstlerduos Fischli/Weiss sind 2003 von ihnen als Installation mit Diapositiven entwickelt und anschließend in Buchform veröffentlicht worden. Die Arbeit enthält Fragen wie:

„Verbummle ich mein Leben?“ Oder: „Ist Hunger ein Gefühl?“ „Steht der Wahnsinn vor der Tür?“ Und es endet mit einer spannenden Frage: „Sucht mich das Glück am falschen Ort?“

In der Installation erscheinen nach und nach die Fragen in heller Schrift im dunklen Raum und verblassen wieder. Fast wie bei unseren täglichen Gedanken, die plötzlich erscheinen und genauso wieder gehen.

 

DIE AUFGABE FÜR IHR KIND

Schreibe fünf Minuten lang Fragen auf, wie sie dir ganz spontan einfallen. Es können lustige, heitere oder auch eigenartige Fragen sein. So wie die Fragen der beiden Künstler Fischli und Weiss: „Kommen Meinungen von selbst? Darf etwas nicht wahr sein? Fährt noch ein Bus? Bellt der Hund die ganze Nacht? Gibt es die Welt auch ohne mich?“

Überlege dir jetzt deine eigenen Fragen. Doch denke dabei vor allem an Frage nach dem Glück und dem Sinn des Lebens oder auch besonderer Momente im Leben sind.

DAS KÖNNTE DEIN KUNSTWERK SEIN

Die Fragen können mit Tusche und Feder auf Papier geschrieben werden, als Drahtfiguren gebastelt und in den Raum gehängt oder auch mit Licht projiziert werden. Experimentiere doch auch mal mit verschiedenen Schriften. Vielleicht entsteht sogar ein Mobilé? Halte die Experimente im Raum mit einem Smartphone als Foto oder Video fest.

Das kann dabei nützlich sein:

Buntstifte, Bleistift, Papier oder Pappe, ein Bügel, Fotoapparat oder Smartphone mit Kamera, Klebestifte.

 

Wenn dir das heute Spaß gemacht, dann schau doch in ein paar Tagen wieder mit deinen Eltern auf www.jugendcreativ-blog.de vorbei. Hier werden wir jetzt regelmäßig spannende Vorschläge für deine nächsten kreativen Projekte zu Hause machen.